7. Mythos Vollmond
Viele checken den Kalender, ob eventuell schon wieder ein Vollmond auf dem Programm steht. Wenn ja, steht die Warnlampe für die kommende Nacht auf dunkelorange.
Hat der Vollmond einen Einfluss auf unseren Schlaf? Ein Versuch mit einer kleinen Gruppe von Versuchspersonen ergab einen Einfluss: Einschlafen dauerte länger, der Schlaf war weniger tief. Dieses Ergebnis konnte aber nicht reproduziert werden. Daten aus drei verschiedenen Schlaflaboren wurden zusammengetragen und nachträglich auf einen möglichen Einfluss des Vollmonds untersucht. Gefunden wurde - nichts. Keine verlängerte Einschlafzeit, keine Verkürzung des Tiefschlafs. Schließlich wurden Daten von mehr als 23.000 Schlafnächten zusammengetragen und ausgewertet, aber wieder ohne Ergebnis. Der erste Versuch hat wahrscheinlich zufällig ein Ergebnis produziert, weil auch die Zahl der Versuchspersonen recht gering war. Als zweifelnder Forscher schließt man einen Effekt zwar nicht aus, aber selbst wenn es einen gäbe, dürfte dieser geringer sein als andere Faktoren, die den Schlaf üblicherweise stören. Unser Schlaf ist nicht den Naturmächten ausgeliefert. Wir können ihn selbst beeinflussen. Wenn wir dem Mond vorschnell die Schuld geben, sparen wir uns aber eine echte Ursachenforschung, und übersehen schnell die Dinge, die uns wirklich um den Schlaf bringen.
Was nehmen wir vom Mythos Mond mit ins Bett?
Section titled “Was nehmen wir vom Mythos Mond mit ins Bett?”Der Einfluss des Mondes ist, falls er überhaupt vorhanden ist, wohl sehr gering. Das ist eine gute Nachricht, denn das bedeutet, wir können unseren Schlaf selbst beeinflussen, ohne eine Mondmission unternehmen zu müssen.
Tipp des Tages
Überprüfe dein Schlaftagebuch nachträglich nach einem Einfluss des Mondes!