3. Ausgeplaudert - Sprechen im Schlaf
Sprechen im Schlaf ist ein Massenphänomen. Wie kommt es dazu, und besteht die Gefahr, dass wir im Schlaf Geheimnisse ausplaudern?
Spechen im Schlaf ist der kleine Bruder des Schlafwandelns. Statt Arme und Beine bewegen wir nur die Stimmlippen. Wie kommt es zum Sprechen im Schlaf? Schlaf ist kein einheitlicher Zustand im Gehirn. Es ist eher mit einer ganzen Schulklasse vergleichbar, mit der die Lehrerin eine Entspannungsübung durchführt. Einer schläft sofort ein, einer liest noch unter der Bettdecke, der dritte versucht, die Ereignisse des Tages zu verdauen. Ähnlich unser Gehirn. Teile davon sind im Tiefschlafmodus, andere Teile wachen auf. Wenn die entsprechenden Gehirnareale wach sind, können wir anfangen zu sprechen. Meistens ist das eher ein Nuscheln, das kommt daher, dass die Teile des Gehirns, die schon schlafen oder weiter schlafen wollen, sich nicht an dieser Aktion beteiligen wollen. Ein Schlafwandler bewegt sich tappsig, unsere Sprache ist verwaschen. Eine Analyse der Inhalte ergab: der Mensch sagt im Schlaf gar nicht so viel. In der Leichtschlafphase sind es durchschnittlich 14 Wörter, im Tiefschlaf nur 6-7. Es bleibt kaum die Möglichkeit, seine Geheimnisse detailliert auszuplaudern. Insgesamt überwiegen Laute wie Lachen, Murmeln, Flüstern, Stöhnen, Weinen und Schreien, und das meistens unhöflich. Geflucht wird 6x so häufig wie Höflichkeiten.
Wie beim Schlafwandeln bedarf es dafür einer kleinen Weckaktion, wodurch einige Areale im Gehirn wach werden, die anderen aber tief weiterschlummern. Solche Weckreaktionen können vielfältige Ursachen haben. Schnarchen, ein vorbeifahrendes Auto, hohe Zimmertemperatur, Alkohol, … oder ein Schnupfen, der uns das Atmen schwer macht. Stress ist ein Klassiker. Siehe Kurs.
Stress, ein unregelmäßiger Schlafrhythmus und Alkohol sind die Hauptauslöser für Sprechen im Schlaf in der ersten Nachthälfte. In der zweiten Nachthälfte, aus dem REM-Schlaf heraus, können sich Menschen häufig an Kämpfe und lebhafte Auseinandersetzungen erinnern. Wenn das Sprechen im (REM-)Schlaf von Gestikulieren, Treten etc. begleitet wird, könnte es sich um eine sehr seltene REM-Schlafstörung handeln. Im REM-Schlaf sind wir üblicherweise gelähmt und können uns nicht bewegen.
Was nehmen wir mit?
Section titled “Was nehmen wir mit?”Es ist unwahrscheinlich, dass wir im Schlaf unsere Geheimnisse ausplaudern, und das auch noch in einer verständlichen Art und Weise. Im Schlaf sind wir kaum in der Lage, klare, strukturierte Sätze zu formulieren. Die meisten Gehirnareale schlafen ja. Gegen Sprechen im Schlaf helfen natürlich wieder alle 7Schläfer-Schlaftipps aus dem Kurs.