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Die Matratze - Schlafen ist Rückensache

Der Rücken meldet sich häufig dann, wenn das Bett nicht zum Körper passt. Die Hauptaufgabe der Matratze ist es, den Körper an den richtigen Stellen zu stützen bzw. zu entlasten. Die Wirbelsäule sollte immer gerade liegen. Wichtig ist auch, auf das eigene Gefühl zu hören. Was fühlt sich denn gut an, was ist weder zu hart noch zu weich?

Generell gilt: je schwerer der Schläfer, desto härter die Matraze, je konturreicher der Körperbau, desto höher sollte die Matratze sein. Deine Körperlänge, dein Körperbautyp, deine Körperhaltung und deine Lieblingsschlaflage geben dir Hinweise für den Matratzenkauf. Schauen wir uns das Schritt für Schritt genauer an.

Die Matratze sollte immer mindestens 20 cm länger sein als dein Körper. Das ist allerdings nur ein Richtwert. Schläft man unruhig, sollte man nochmal 12% der eigenen Körperlänge dazuaddieren, um die ideale Matratzenlänge zu bestimmen. Die Körpergröße spielt auch eine wichtige Rolle, wenn man eine zonierte Matratze braucht. Eine zonierte Matratze ist in unterschiedliche Härtezonen aufgeteilt. Die Zonung sollte natürlich an den Körper angepasst sein. Personen mit kleiner Körpergröße (unter 165 cm) tendieren dazu, im Bett nach unten zu rutschen. Das machen sie, weil die Zonung der Matratze meist nicht zum Körperbau und zur Körperlänge passt. Hier wäre es besser, eine Matratze ohne Zonung zu verwenden und die individuelle Stütze über den Lattenrost zu wählen. Menschen, die über 185 cm groß sind, haben eher das umgekehrte Phänomen. Sie rutschen oft nach oben und haben im Übergangsbereich zwischen Schulter und Kopf ihre Schwierigkeiten. Hier sollte die Wahl der Schulterzone der Matratze und des Lattenrostes miteinander abgestimmt werden.

Rückenschläfer brauchen eine Matratze, die den Rücken und das Becken eher stützt. Für sie lohnt es sich eher, härtere Matratzen zu probieren und auf die stützende Zonung von Lendenwirbelsäule und Rücken zu achten. Die Körperhaltung spielt besonders für Rückenschläfer eine wichtige Rolle. Je stärker der Rundrücken, desto wichtiger ist die Höhe der Matratze und je weicher der Bereich der oberen Wirbelsäule. Der Rücken sollte möglichst in die Matratze einsinken können, wo er es braucht, aber gleichzeitig etwas gestützt werden. Auch das Hohlkreuz braucht eine Stütze, aber im richtigen Bereich. Diese Stütze sollte auf die Körperlänge abgestimmt werden. Es ist wichtig, dass die Matratze und auch der Lattenrost bzw. die Unterfederung die Tendenz zum Hohlkreuz nicht zusätzlich verstärkt. Wenn du weder Rundrücken noch Hohlkreuz hast, dann tendierst du zum Flachrücken. Für Rückenschläfer mit Flachrücken gibt es keine besonderen Stützbedürfnisse. Entscheide nach Druck und nach Gefühl. Zonierte Matratzen haben dann eher einen ungünstigen Einfluss.

Seitenschläfer brauchen eine etwas weichere Matratze, die den Schulter- und Beckenbereich etwas einsinken lassen. Die Höhe sollte mindestens 16 cm hohe Matratze zu nehmen. Je höher die Matratze, desto mehr kann die Schulter einsinken. Je niedriger der Kern, desto relevanter wird der Lattenrost. Als Seitenschläfer spielt der Körperbautyp eine wichtige Rolle. Welcher Buchstabe, A, E, O , V oder X, entspricht am ehesten deiner Silhouette? Das ist wichtig für die Matratzenwahl.

Der A-Typ mit birnenförmigem Körper sollte besonders auf die Taillenabstützung und auf die Druckempfindlichkeit des Beckens achten. Je nach Körpergewicht kann hier ein etwas höheres und weicheres Modell gewählt werden. Sehr beliebt sind hier Taschenfederkern und Schaummatratzen. Für den E-Typ eignet sich eher eine gleichmäßig aufgeteite Matratze. Weich bis mittelfest kann sie durchaus sein.

Der E-Typ braucht aber im Mittelteil in der Regel keine individuelle Matratzenzone. Das Material ist hier nicht so wichtig, maßgeblich entscheidend ist hier die Festigkeit.

Der O-Typ hat einen Schwerpunkt deutlich im Bauch- und Beckenbereich. Diese Schwerpunkte müssen abgestützt, gehalten oder getragen werden. Gleichzeitig ist es wichtig, dass keine Druckstellen entstehen, da O-Typen sehr druckempfindlich sind. Die Tendenz geht eher zu einer festeren Matratze, da es wegen dem höheren Körpergewicht sonst zum Durchliegen kommen kann. Für die Druckempfindlichkeit sollte ein weicherer Bezug und ein festerer Kern gewählt werden. Eine stabile Taschenfederkernmatratze, eine gute Schaummatratze, aber mit etwas weicheren Bezügen wäre hier die ideale Löung.

Für den V-Typ mit der athletischen Figur steht die Entlastung der Schulter durch einen weichen Matratzenbereich und die Stabilisierung des Beckens durch einen festeren Bereich im Mittelpunkt. Hier sollte es also einen Unterschied in der Festigkeit im Schulter- und Beckenbereich geben. Schaum- und Latexmatratzen sind hier ideal, aber in Abstimmung mit dem passenden Lattenrost.

Der X-Typ hat zwei Möglichkeiten: entweder die Matratze entlastet die Schulter- und Beckenregion, oder sie stützt bewusst die Taille, Rippen- und Lendenwirbelsäulenregion. Weil das je nach Körpergröße in unterschiedlichen Bereichen der Matratze passiert, sollte das in der Planung mit einberechnet werden. Latex- und Schaummatratzen, aber möglichst mit passendem Rost, und dort aber wirklich mit dem Fachberater vor Ort.

Bauchschläfer Hier ist die Matratzenwahl schwierig, weil die Position eher eine Not-Schlaflage ist. Wichtig ist, dass man nicht zu tief einsinkt, sodass man möglichst bequem in die gesündere Seitenlage wechseln kann, d.h., es sollten eher festere Materialien bevorzugt werden. Die Festigkeit ist wichtiger als das Material selbst.

Hier stellt sich wieder die Frage: Frierer, Hitzer oder Schwitzer? Auch die Bedürfnisse des Körpertyps und der Körperhaltung spielen eine wichtige Rolle. Es gibt hier drei große Beratungsprinzipien:

Der Körper wird abgemessen und die Matratze an den Körper angepasst. Die Matratzen aus dieser Kategorie sind Schaumstoff- oder Latexmatratzen und werden in individualisierbaren Positionen zusammengestellt. Der Lattenrost spielt dabei eine sehr große Rolle. Er ist das Fundament, wie beim Hausbau, das dafür sorgt, das die Matratze ihre Wirkung auch gut entfalten kann. Wie eine Einlage im Schuh, der Unterbau muss passen, sonst bringt die beste Einlage nichts. Dadurch, dass man die Zonierung individuell anpassen kann, passen solche Matratzen gut für V- oder X-Typen. Denn dann gibt es wahrscheinlich individuellen Anpassbedarf. Diese Matratzen eignen sich auch gut für Hitzer, da sie sehr atmungsaktiv sind. Für Schwitzer sind sie nur bedingt geeignet, das hängt aber vom Bezug, von der Qualität und von den Materialien ab. Außerdem gilt hier nicht “je mehr Zonen, desto besser”. Eine gut zonierte Matratze braucht drei Bereiche: Schulterbereich, Lendenwirbelsäule und Becken. Damit man die Matratze drehen und wenden kann, spiegelt man diese Zone, erhält man fünf Zonen, und wenn es eine Kopfzone gibt, werden es plötzlich sieben. Achte auf Pseudozonen und prüfe: passen die individuellen Bereiche wirklich und passt die Zonung zu mir? Die Anzahl der Zonen spielt viel weniger Rolle als die Qualität der Zonen.

Das sind selbstregulierte Betten oder Matratzen, die über Druckanpassung funktionieren. In diese Kategorie gehören Wasserbetten, Gelmatratzen, viskoelastische Schäume (Memoryschaum). Der Schaum reagiert auch auf Wärme, Kälte und Gewicht und passt sich so der Form an. Das macht es schwieriger, in der Nacht die Position zu wechseln. Die Drucksysteme, die so umschließend sind, sind eher für Menschen mit ruhigem Schlaf, oder wenn man gehalten werden möchte. Geeignete Körpertypen dafür sind der gerade E-Typ und die mit leichteren Kurven bestückte A-Typen. Drucksysteme befördern ein warmes Bettklima, d.h., diese Produkte sind für Frierer geeignet. Hitzer und Schwitzer sollten diese besser meiden.

Die Schwerpunkte in der Beratung liegen auf der Bequemlichkeit. Federkernmatratzen sind in dieser Kategorie der Klassiker. Boxspringbetten beruhen auf derselben Technik. Diese Matratzen bieten einen hohen Komfort auch für schwerere Personen. Sie nehmen eine starke, stützende Rolle ein, deshalb sucht man in dieser Kategorie zuerst die Matratze, dann den Lattenrost aus. Der Lattenrost spielt hier eine weniger große Rolle. Diese Matratzen eignen sich sehr gut für A- oder O-Typen, oder auch V-Typen. Für E-Typen und X-Typen gibt es aber bessere Alternativen. Federkernmatratzen sind wegen der guten Luftzirkulation zwischen den Federn besonders hygienisch und eignen sich für Hitzer und Schwitzer. Ab 700,- Euro ist die Qualität ausreichend. Dafür kann hier beim Lattenrost gespart werden.

Für alle Kategorien gibt es mittlerweile Alternativen aus Naturmaterialien.