2. Wie du deinen Alptraum loswirst
Menschen, die unter Alpträumen leiden, sind eher emotional, feinfühlig und kreativ, nicht verrückt. Alpträume kommen bei fast jedem in der Kindheit vor (zwischen 5 und 12 Jahren). Das liegt daran, dass in dieser Zeit das Gehirn im Schlaf fleißig umgebaut wird, und bei jeglichen Umbauprozessen kommt es zu ungewollten Zwischenfällen, hier in Form von Alpträumen. Gruselgeschichten sind eher keine Auslöser dafür. Im Erwachsenenalter leiden noch ca. 5% regelmäßig an Alpträumen. Man kann Alpträume mittlerweile aber gut behandeln!
Alptraumklassiker sind z.B.
- Absturz in Abgründe
- wir werden verfolgt
- sehen einen Verandten umkommen
- wir sind gelähmt und können einer drohenden Gefahr nicht entkommen
Auffallend dabei ist: die Träume nehmen immer den gleichen Verlauf bzw. steuern auf den gleichen Endpunkt zu. Wir wissen eigentlich schon am Anfang, was gleich Schreckliches passiert wird. Alpträume sind von außerordentlich negativen Emotionen dominiert wie Todesangst, Aggression und vor allem Hilflosigkeit. Das Aufwachen ist dann der letzte Ausweg. Zurück bleibt eine lebhafte Erinnerung, die uns mitunter den ganzen Tag verfolgt. Gäbe es diese Erinnerung nicht, wären Alpträume nicht der Rede wert.
Alpträume treten meistens in der zweiten Nachthälfte auf, wenn wir mehr Zeit in der lebhaften REM-Phase verbringen. Generell wachen wir auch in der zweiten Nachthälfte häufiger auf. Und das führt erst dazu, dass wir uns an den Alptraum erinnern. Manche Betroffene meiden daher Schlaf, aber durch den Schlafmangel und den damit einhergehenden Stress verstärken sich die Alpträume. Je mehr wir davor davonlaufen, desto größer wird das Problem. Auch Alkohol lässt uns in der zweiten Nachthälfte häufiger aufwachen, mit der Chance, mehr Alpträume mitzubekommen. Schwitzen verlängert übrigens die REM-Schlafphasen und lässt uns damit häufiger aufwachen. Schnarchen ist auch ein Faktor, der uns in der Nacht hochschrecken lässt, insbesondere mit Schlafapnoe. Hier müssen einfach mal alle Verhaltenstipps aus dem Kurs konsequent eingehalten werden.
Es gibt allerdings noch eine andere erfolgreiche Strategie gegen Alpträume: diese setzt daran an, dass Alpträume immer einem Traumskript, also immer dem gleichen Ablauf folgen. Diese Strategie/Therapie heißt Image Reversal Therapie. Oder einfach gesagt, Umträumen. Diese wurde in den 80er Jahren in den USA entwickelt. Zuerst schreiben wir uns den Alptraum in allen Einzelheiten, so detailliert wie möglich, auf. Woran erkennen wir, dass es ein Alptraum ist? Welche Elemente tauchen immer wieder auf? Was ist dabei besonders belastend? Nach dem Aufschreiben versetzen wir uns in den Traum zurück: was müsste sich ändern, damit wir uns wohlfühlen können? Wer oder was könnte helfen? Wir schreiben nun eine neue Version des Traumes, indem wir alles Belastende umschreiben. Diesen neuen “Film” lassen wir dann zwei, dreimal am Tag vor unserem inneren Auge ablaufen oder lesen sie vor dem Schlafen mehrmals durch. Wir können auch das neue Traumdrehbuch in einem Satz zusammenfassen und so ein neues Gefühl mit diesem Traum zu verbinden. Alles, was wir häufig genug wiederholen, setzt sich in unserem Gehirn fest und lenkt es in neue Bahnen. Wie im eigentlichen Leben zieht ein Gedanke den nächsten nach. Die Umträumtechnik sollte immer mit Entspannungsübungen vor dem ins Bett gehen begleitet werden. Progessive Muskelentspannung oder Meditationen funktionieren dafür.
Was nehmen wir mit?
Section titled “Was nehmen wir mit?”Alpträume sind recht häufig in der Bevölkerung. Die gute Nachricht: Alpträume lassen sich sehr gut behandeln. Zum einen mit einem guten, geregelten Schlaf, wie wir ihn im 7Schläfer-Kurs kennengelernt haben, zum anderen mit der Umträum-Technik, die, über mehrere Wochen angewendet, sehr erfolgreich ist.