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4. Was deine Träume über dich verraten

Was wollen uns Träume wirklich sagen und welche Funktion haben sie? Und vor allem: was sagt die Wissenschaft? Freud ist ja eher ein bisschen mit Vorsicht zu genießen …

Die systematische Auswertung von tausenden Träumen zeigt: die Traumerlebnisse sind oft gar nicht so bizarr. Auffällig ist: unsere Träume haben oft Sprünge, wir stehen zuerst noch zuhause, dann plötzlich im Supermarkt. Unser Träume sind auch oft Mischungen. Personen in Träumen sind meistens Mischwesen mehrerer bekannter Charaktere. Generell ist vieles verschwommen und undeutlich. Das stört uns im Traum allerdings gar nicht so wirklich. Wir zweifeln die Inhalte nicht an.

Die meisten Menschen können sich, wenn sie aufgeweckt werden, an ihre Träume erinnern. Nur ganz wenige nicht, aber das dürfte keine gesundheitlichen Auswirkungen haben. Oft ist es aber so, dass Menschen, die sagen, sie können sich nicht daran erinnern, den Träumen einfach keine Aufmerksamkeit schenken.

Träume sind generell unglaublich flüchtig. Jedes Mal, wenn wir nachts aufwachen, könnten wir uns an einen Traum erinnern, aber meistens sind sie viel zu trivial.

Auf die Frage, welche Funktion unsere Träume haben, haben auch die Schlafforscher noch keine abschließende Antwort. Manche halten Träume für spontane Hirnaktivitiät. Andere halten Träume für ein evolutionär angelegtes Probehandeln. Wir wissen es nicht. Letzteres ist eher unwahrscheinlich, dafür vergessen wir die Träume viel zu schnell. Vermutlich werden wir beim Träumen unfreiwillige Beobachter unseres eigenen Gehirns beim Verarbeiten, Überspielen und Verknüpfen gelernter Bilder, Gedanken und Emotionen aus dem zurückliegenden Tagesgeschehen. Nur ein kleiner Teil der Informationen, die in der Nacht durch unser Gehirn geschickt werden, flimmert dabei an unserem nächtlichen Auge vorbei. Es ist nicht überraschend, dass das Gehirn immer unsere eigene Lebenswirklichkeit widerspiegelt. Denn das Gehirn, das in der Nacht träumt, ist dasselbe, das tagsüber denkt. Träume regnen nicht von außen auf uns herab, sondern kommen aus uns selbst. Eine Deutung ist daher immer individuell. Was bedeutet ein Ort oder ein Gegenstand für dich selbst. Ein Traumlexikon kann dir darauf keine Antwort geben. Träume sagen weder die Zukunft voraus noch können sie uns schaden oder bösartig verändern. Wir müssen uns für keinen Traum schuldig fühlen.

Wir alle träumen, und zwar einen Großteil der Nacht über. Träume vergessen wir schnell wieder, weil sie unspektakulär sind. Wir wissen nicht, ob Träume eine Funktion haben. Wir können sie aber immer als Inspiration nutzen.